Von der Interessengemeinschaft zum Bewahrer regionaler Verkehrsgeschichte
Was als Austausch unter Mitarbeitenden verschiedener Verkehrsbetriebe begann, entwickelte sich zu einem Verein mit rund 120 Mitgliedern. Seit 1996 setzt sich die IGN für die Geschichte und Technik des öffentlichen Nahverkehrs im Rhein-Neckar-Raum ein. Heute bewahrt sie historische Fahrzeuge, organisiert Sonderfahrten und macht die regionale Verkehrsgeschichte für kommende Generationen erlebbar.

Die Anfänge der IGN
Die Wurzeln der Interessengemeinschaft Nahverkehr Rhein-Neckar reichen in eine Zeit zurück, in der Mitarbeitende verschiedener Verkehrsbetriebe den Austausch über Unternehmens- und Stadtgrenzen hinweg suchten. Zunächst bestand die IGN als loser Zusammenschluss. Im November 1995 wurde schließlich eine Satzung erarbeitet. Seit dem 25. April 1996 ist die IGN als eingetragener Verein organisiert.

Bereits 1998 fanden die ersten Sonderfahrten mit angemieteten Fahrzeugen regionaler Verkehrsunternehmen statt. Die gemeinsamen Fahrten verbanden die Begeisterung für den Nahverkehr mit dem Wunsch, besondere Fahrzeuge und Strecken gemeinsam zu erleben. Zugleich entstand damit ein Bereich, der die Arbeit der IGN bis heute prägt.
Vom gemeinsamen Interesse zur aktiven Fahrzeugerhaltung
Im Jahr 2002 begann ein neues Kapitel der Vereinsgeschichte. Die IGN setzte sich nun verstärkt für den Erhalt noch vorhandener historischer Fahrzeuge ein und unterstützte deren Aufarbeitung. Aus dem Interesse an der Verkehrsgeschichte wurde zunehmend praktische Museumsarbeit. Mitglieder investierten Zeit, Wissen und handwerkliches Geschick in Wartung, Reparatur und Wiederherstellung alter Straßenbahnen.

2006 schloss sich der von jungen Nahverkehrsfreunden gegründete „VBL Club 21“ der IGN an. Dadurch fanden viele jüngere Mitglieder den Weg in den Verein. Im Oktober 2007 wurde die IGN als gemeinnütziger Verein anerkannt. Ein weiterer wichtiger Schritt folgte im März 2008 mit dem Zusammenschluss mit dem Verein Historische Straßenbahn Heidelberg e. V. Seitdem werden die gemeinsamen Ziele unter dem Dach der IGN verfolgt.

Der erste eigene Triebwagen
Ein bedeutender Meilenstein war die Übernahme des Heidelberger Triebwagens 80 im Jahr 2007. Er war das erste historische Fahrzeug im Eigentum der IGN. In den folgenden Jahren kamen weitere Straßenbahnen, Busse und ein Unfallhilfswagen hinzu. Die Sammlung dokumentiert heute verschiedene Epochen des öffentlichen Nahverkehrs und erinnert an die früher eigenständigen Verkehrsbetriebe in Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen und der umliegenden Region.




Dabei geht es nicht allein darum, Fahrzeuge abzustellen und zu bewahren. Viele Wagen werden aufgearbeitet, gewartet und für spätere Einsätze vorbereitet. Sie sollen möglichst wieder das tun, wofür sie einst gebaut wurden: Menschen befördern. Bei öffentlichen Fahrten, Vermietungen und Veranstaltungen wird Verkehrsgeschichte dadurch nicht nur sichtbar, sondern hörbar, spürbar und unmittelbar erlebbar. Ist die fahrbereite Aufarbeitung eines Fahrzeugs vorerst aus organisatorischen oder finanziellen Gründen nicht möglich, streben wir zumindest immer eine museale Ausstellung und kosmetische Erhaltung an, um die Geschichte zu dokumentieren und zugänglich zu machen.
Geschichte bleibt in Bewegung
Heute vereint die IGN Menschen aus unterschiedlichen Generationen und Berufen. Mitarbeitende von Verkehrsbetrieben engagieren sich gemeinsam mit technisch Interessierten, Nahverkehrsfreunden, Geschichtsbegeisterten und Förderern. Einige arbeiten an den Fahrzeugen. Andere planen Sonderfahrten, begleiten Fahrgäste, organisieren Veranstaltungen oder kümmern sich um die Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit.

Seit ihrer Gründung hat sich die IGN stark weiterentwickelt. Der ursprüngliche Gedanke ist jedoch geblieben: Menschen zusammenzubringen, die sich für den öffentlichen Nahverkehr begeistern. Mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz sorgen die Mitglieder dafür, dass historische Fahrzeuge nicht nur Erinnerungen aus vergangenen Zeiten bleiben. Sie bringen diese Erinnerungen zurück auf die Schiene und machen sie für neue Generationen zugänglich.


